Mittwoch, 16. April 2014

Kaffee (Warenwissen)

Warenkunde zum beliebten Getränk

Kaffee (Warenwissen)

Kaffee ist ein koffeinhaltiges Getränk das aus gerösteten und gemahlenen Kaffeebohnen hergestellt wird. Bekannt ist Kaffee im Volksmund für seine aufmunternde und konzentrationsfördernde Wirkung und sollte daher nicht von Kindern konsumiert werden.

Allgemein bekannt ist Kaffee auch für seine entwässernde Wirkung und daher sollte Kaffee nicht zur Flüssigkeitszufuhr hinzugezählt werden.


Historisch betrachtet kommt Kaffee aus Äthiopien wo es erstmals 1671 Erwähnung findet. Kaffee begann seinen Siegeszug im 16. Jahrhundert wo er das persische Safawiden-Reich sowie das Osmanische Reich eroberte. In Europa verbreitete sich Kaffee sodann sehr rasch sodass bereits ab dem Jahre 1645 Städte wie Venedig, Oxford oder London über Kaffeehäuser verfügten.


Die Herstellung

Für die Herstellung des Kaffees ist vor allem der Röstvorgang von entscheidender Bedeutung. Bei der Röstung werden die Kaffeebohnen trocken erhitzt. Zusätzlich gibt es mehrere Röstverfahren die letztlich unterschiedliche Kaffeesorten auf den Markt bringen (z.B. Helle Röstung, Mittlere Röstung, Starke Röstung, etc.). Zuvor ebnet aber die Aufbereitung (Entfernung der Fruchthaut von den Bohnen) die Qualität der Kaffeebohnen. Es gibt auch hier mehrere Arten wobei die Nassaufbereitung als die qualitativ hochwertigste gilt (im Vergleich etwa zur Trockenaufbereitung).


Der Welthandel


Im Welthandel nimmt Brasilien eindeutig den ersten Platz in der Kaffeeproduktion (gefolgt von anderen lateinamerikanischen Ländern) ein, wobei sich Vietnam als Ausnahme auf den zweiten Platz gesteigert hat. Es wird angenommen, dass etwa 70 Prozent des Kaffees aus kleinbäuerlichen Betrieben stammen. Im Westen befinden sich die bedeutendsten Abnehmerländer (USA, Deutschland, Frankreich, etc.)


Kaffeearten

Bedeutende Arten sind der „Aribica Kaffee“ sowie der „Robusta Kaffee“. Auch machen diese beiden Kaffeesorten fast 100 Prozent des weltweit erzeugten Rohkaffees aus. Zum Beispiel muss für den Robusta-Kaffee das Anbaugebiet auf einer Höhe zwischen 300 und 800 Meter über dem Meeresspiegel liegen. Als weitere Beispiele bekannter Kaffeesorten gelten etwa der „Excelsa“ der als Bohnenrarität gilt weil sie von allen Bohnensorten den kräftigsten Wuchs hat. Vor allem zeichnet sich der „Excelsa“  durch die Fähigkeit aus, auf trockenerem Boden gut zu gedeihen und auch in regenarmen Jahren einen befriedigenden Ertrag zu erwirtschaften. Vielleicht oder auch deshalb hat sie nur ein Prozent Anteil an der Weltproduktion.


Entkoffeinierter Kaffee

Während das Koffein ein wesentlicher Bestandteil des Kaffees ist, gibt es auch entkoffeinierten Kaffee. Hierbei wird noch den ungerösteten Kaffeebohnen das enthaltene Koffein entzogen, also beginnt der Prozess bereits gleich nach der Ernte der grünen Bohnen. Es wurden wiederum mehrere Verfahren entwickelt, die letztlich auch entscheidend sind für die Qualität des Kaffees.


Schonkaffee
Angeboten werden auch sogenannte „magenschonende Kaffees“. Hier wird dem Kaffee bei der vorher erwähnten Aufbereitung die verbleibende Restsäure nahezu vollständig entzogen. Zum Beispiel gilt der „Monsooned Malabar aus Indien „ als mit Abstand säureärmster Kaffee.


Kaffeemittel

Als Kaffeemittel werden dem Kaffee meist Zucker oder Sahne beigefügt. Auch hat mittlerweile jedes Land eigene Kaffeesorten entwickelt die für manche schon selbstredend für das Land stehen (zum Beispiel der Cappuchino in Italien).


Fair Trade

Um den – meist ärmeren – Anbaugebieten einen höheren Anteil am Gewinn zukommen zu lassen, wurde der sogenannte "Fair Trade Handel" eingeführt. Denn leider ist beim herkömmlichen Handel nur der kleinste Anteil des vom Endverbraucher gezahlten Preises im Anbauland selbst geblieben. Auch die Kaffeebauern und Plantagenarbeiter gehen in der Regel fast leer aus. Produkte die mit einem „Fair Trade Label“ gekennzeichnet sind, versucht diesem Umstand gerecht zu werden und den gesamten Handelsprozess derart zu beeinflussen, dass ein höherer Gewinnanteil an die Kaffeebauern und Plantagenarbeiter ausbezahlt wird. Die Folge ist natürlich auch, dass dieser Prozess zu insgesamt höheren Preisen für den Verbraucher geführt hat.


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