Montag, 28. April 2014

Stellung und Funktionen des Einzelhandels

Stellung und Funktionen des Einzelhandels

Schulfach: Wirtschafts- und Sozialprozesse, 1. Lehrjahr

Der Einzelhandel bietet Güter gegen gängige Marktpreise überwiegend an private Haushalte an.

Dabei hat der Einzelhandel in der Volkswirtschaft eine wichtige Stellung und erfüllt notwendige Aufgaben in der Wirtschaft.


Stellung und Funktionen des Einzelhandels

Die Stellung des Einzelhandels in der VWL

Aus volkswirtschaftlicher Sicht sorgt der Einzelhandel für die Erfüllung der Kundennachfrage durch das Verkaufen von Waren und Dienstleistungen. Auch die Beziehung zu den Herstellern und Großhändlern werden dabei betrachtet. Der Einzelhandel steht also zwischen der Produktion und den Verbrauchern. Der Einzelhandel ist in der Wirtschaft unverzichtbar, denn sonst müssten sich die Verbraucher für ihre Produkte direkt an die Hersteller wenden.

Beispiel: Der Einzelhändler „Top Getränke“ kauft seine Waren bei verschiedenen Großhändlern ein und verkauft diese an seine Kunden.


Funktionen oder Aufgaben des Einzelhandels

Aus wirtschaftlicher Sicht betrachtet erfüllt der Einzelhandel folgende wichtige Aufgaben (auch Funktionen bezeichnet).

Verteilung oder Versorgung: Der Einzelhändler bezieht seine Güter in großen Mengen beim Großhändler und vertreibt diese in kleineren, haushaltsüblichen Mengen weiter.

Beispiel: Der Obst- und Gemüsehändler Ali bestellt 100 KG Tomaten beim Gemüse-Großhändler ein. Seine Kunden kaufen bei ihm nach Erfahrung zwischen jeweils zwischen 1 und 3 KG ein.

Sortimentsbildung: Der Einzelhändler sollte seinen Kunden ein Sortiment präsentieren, dass auf dessen Bedürfnisse möglichst genau zugeschnitten ist. Ein guter Einzelhändler „kennt“ seine Kundenbedürfnisse oder kann diese erschließen.

Beispiel: Beim rheinischen Getränkehändler „Drink-In“ steigt die Nachfrage nach alkoholischen Getränken zur Karnevalszeit deutlich an. Deshalb bevorratet sich der erfahrene Einzelhändler jedes Jahr kräftig um diese Zeit und bietet ein erweitertes Sortiment an.

Raumüberbrückung: Frei nach dem Motto „Alles unter einem Dach“ bietet der Einzelhändler seine Waren üblicherweise alle an einem Standort an. Üblicherweise zählen zu den gängigen Produkten auch viele, die von weit her angeliefert werden.

Beispiel: Das Weinsortiment des Verbrauchermarktes „Altmann“ bietet seinen Kunden internationale Weine aus der ganzen Welt in einer Abteilung an.

Zeitüberbrückung: Zu den Aufgaben des Einzelhandels zählt auch die Überbrückung von Zeit durch Lagerhaltung und gute Logistik. Die Verbraucher kaufen meistens haushaltsübliche Mengen und benötigen manche Produkte täglich frisch.

Beispiel: Die Familie Petzoll verbraucht jede Woche 3 Packungen Toilettenpapier. Weil die Familie nicht viel Platz zum lagern hat, kauft Herr Petzoll alle 2 Wochen 6 Pakete beim Einzelhändler ein.

Information, Werbung und Service: Auch die Beratung und Bedienung sind Teil der Funktionen. Kunden möchten sich teilweise auch über Güter informieren, bevor sie eine Kaufentscheidung treffen. Das tut teilweise auch die Werbung. Serviceleistungen wie das Zustellung oder Verpackung der Ware zählen auch dazu.

Beispiel: Max bekommt ein Prospekt des lokalen Technik-Fachmarktes zugeschickt. Er interessiert sich für ein beworbenes Smartphone, besucht das Geschäft und informiert sich bei einem Mitarbeiter vor Ort noch weiter über das Smartphone.

Warenveredelung: Manche Waren werden vom Einzelhändler vor Ort noch veredelt, um sie verkaufsfähig zu machen. Das geschieht zum Beispiel durch schmücken, mischen, verpacken usw.

Beispiel: Das Fachgeschäft „CandySweets“ bietet den Kunden eine monatlich wechselnde Fruchtgummi-Mischung an. Die Mitarbeiterinnen des Süßwarengeschäfts wiegen und mischen diese Packungen selber ab.


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